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KOMPASS Förderhöhe & Bedingungen: 4.500 Euro, 90 Prozent

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Notizbuch mit Berechnungen zur KOMPASS-Förderhöhe neben Laptop und Kaffeetasse

KOMPASS fördert Weiterbildungen für Solo-Selbstständige mit bis zu 4.500 Euro und erstattet 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Die restlichen 10 Prozent trägst du als Eigenanteil. Gefördert wird pro Person und Förderperiode, nicht pro Kurs einzeln. Seit März 2026 gilt ein Aufnahmestopp, der voraussichtlich bis Mai 2026 andauert.

In diesem Artikel geht es um die konkreten Zahlen und Bedingungen. Was du bekommst, was du selbst tragen musst und welche Bedingungen der Fördersatz hat.

Die KOMPASS-Förderung im Detail

Die maximale Förderhöhe liegt bei 4.500 Euro pro Person. Das ist der Deckel, den keine Bewilligung überschreiten darf. Die Förderquote beträgt 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Wenn deine Weiterbildung 5.000 Euro kostet, bezahlt KOMPASS 4.500 Euro (die 10 Prozent wären hier 500 Euro). Wenn der Kurs 3.000 Euro kostet, bezahlt KOMPASS 2.700 Euro (90 Prozent von 3.000).

Eine Rechentabelle für drei typische Preislagen:

KurskostenKOMPASS zahlt (90 Prozent)Dein Eigenanteil
2.000 Euro1.800 Euro200 Euro
5.000 Euro4.500 Euro (Deckel)500 Euro
9.662,40 Euro4.500 Euro (Deckel)5.200 Euro

Für teurere Kurse wie die viermonatige Digitalisierungsmanager-Weiterbildung mit 9.662,40 Euro deckt KOMPASS also nur einen Teil der Gesamtkosten, den Rest musst du anders finanzieren.

Was als förderfähige Kosten zählt

Förderfähig sind die direkten Lehrgangskosten. Dazu gehören:

  • Kursgebühren
  • Prüfungsgebühren, wenn die Prüfung Teil des Kurses ist
  • Lehrmaterial, das der Träger in Rechnung stellt
  • Zertifizierungskosten

Nicht förderfähig sind in der Regel:

  • Reisekosten zu Präsenzterminen
  • Übernachtungskosten
  • Verpflegung
  • IT-Ausstattung (Laptop, Software-Lizenzen außerhalb des Kursumfangs)
  • Verdienstausfall während der Weiterbildungszeit

In meiner Beratungspraxis sehe ich, dass Solo-Selbstständige oft überrascht sind, dass Reisekosten nicht übernommen werden. Wer einen Präsenzkurs in einer anderen Stadt plant, sollte die Nebenkosten zusätzlich einkalkulieren. Online-Kurse sind in der Kostenlogik meist günstiger.

Welche Bedingungen an die Förderhöhe geknüpft sind

Drei wesentliche Bedingungen musst du kennen.

Kurs muss anerkannt und passend sein

Die Weiterbildung muss wirtschaftlich verwertbar sein und von einer anerkannten Einrichtung angeboten werden. In der Regel heißt das AZAV-Zertifizierung durch eine fachkundige Stelle wie die DEKRA, Hochschulzertifikate oder anerkannte Kammerlehrgänge. Die KOMPASS-Anlaufstelle prüft im Einzelfall.

Vorherige kostenfreie Erstberatung

Vor der Qualifizierungsförderung steht die Erstberatung durch eine anerkannte KOMPASS-Anlaufstelle. Sie ist kostenfrei und dauert typischerweise zwei Stunden. Ohne dokumentierte Erstberatung kein Förderantrag, das ist Pflicht.

Fördernachweis innerhalb der Frist

Nach Bewilligung hast du eine festgelegte Frist, in der Kurs und Abrechnung abgeschlossen sein müssen. Typisch sind sechs bis neun Monate. Wer die Frist reißt, verliert die Förderung.

Wie du den Eigenanteil zahlst

Die 10 Prozent Eigenanteil musst du selbst tragen. Bei 5.000 Euro Kurskosten sind das 500 Euro, bei 4.500 Euro Kurskosten sind es 450 Euro. Die Summe ist in der Regel vorstreckbar und wird nach Abschluss des Kurses abgerechnet. Viele Träger bieten an, den Eigenanteil direkt mit dem Teilnehmer abzurechnen und die KOMPASS-Anteile mit der Bundesagentur. Wer so verfahren will, sollte das vorab schriftlich vereinbaren.

KOMPASS-Gelder fließen nicht sofort. Typischerweise reicht der Träger die Abrechnung nach Kursabschluss ein, und die Auszahlung erfolgt innerhalb von vier bis acht Wochen. Wer knapp kalkuliert, braucht eine Zwischenfinanzierung. Wir sehen in der Beratung regelmäßig, dass Solo-Selbstständige den Liquiditätspuffer unterschätzen und mitten im Kurs in Schwierigkeiten geraten.

Was passiert, wenn der Kurs teurer ist als 5.000 Euro

Dann gilt der Deckel. 4.500 Euro ist die Obergrenze, unabhängig vom Kurspreis. Bei einem 9.662,40-Euro-Kurs übernimmst du 5.200 Euro selbst, das sind 54 Prozent der Gesamtkosten. KOMPASS deckt knapp die Hälfte ab. Für die andere Hälfte musst du eigene Lösungen finden.

Typische Wege: Ratenzahlung mit dem Bildungsträger über 12 bis 24 Monate. Rücklagen aus dem laufenden Geschäft. Steuerliche Absetzbarkeit der Weiterbildungskosten nach § 4 Absatz 4 EStG als Betriebsausgabe.

Aus meiner Beratungspraxis weiß ich, dass die meisten Solo-Selbstständigen den Rest über eine Kombination aus Raten und steuerlicher Geltendmachung stemmen. Die Steuererstattung im Folgejahr deckt bei vielen einen signifikanten Teil der offenen Kosten.

Wie oft du KOMPASS in Anspruch nehmen kannst

KOMPASS ist eine einmalige Förderperiode pro Person, nicht pro Kurs. Innerhalb der Förderperiode kannst du die 4.500 Euro auf eine oder mehrere Weiterbildungen verteilen. Du kannst zum Beispiel einen 2.500-Euro-Kurs und später einen 2.000-Euro-Kurs machen und beide über KOMPASS finanzieren, solange du innerhalb des Förderzeitraums bleibst.

Nach Abschluss einer Förderperiode ist ein erneuter Antrag theoretisch möglich, wird aber restriktiver geprüft. Wer zweimal KOMPASS-Mittel will, muss sehr gute Gründe haben. Die Anlaufstelle entscheidet im Einzelfall.

Gelten die Förderhöhen auch während des Aufnahmestopps

Der aktuelle Aufnahmestopp März bis Mai 2026 betrifft neue Anträge, nicht bestehende Bewilligungen. Wer eine Zusage vor dem Stopp erhalten hat, behält die Förderhöhe wie beschieden. Wer nach dem Stopp einen neuen Antrag stellt, fällt unter die dann geltenden Konditionen. Eine Änderung der Fördersätze nach Wiedereröffnung ist möglich, aber nicht angekündigt.

Häufige Fragen zur KOMPASS-Förderhöhe

Warum nur 4.500 Euro und nicht mehr?

Der Deckel ist politisch gesetzt. KOMPASS soll gezielte Einzelqualifizierung fördern, keine Voll-Finanzierung teurer Studiengänge. Für höhere Förderbeträge sind andere Programme wie das Aufstiegs-BAföG vorgesehen.

Werden die 4.500 Euro inflationsbereinigt?

Nein. Der Betrag ist seit Programmstart konstant. Eine Anpassung ist nicht beschlossen und auch nicht diskutiert.

Gilt die 90-Prozent-Regel auch bei teuren Kursen?

Ja, aber nur bis zum Deckel von 4.500 Euro. Bei einem Kurs über 5.000 Euro zahlst du mehr als 10 Prozent selbst, weil der Deckel greift.

Bezahlt KOMPASS auch ESF-Anteile oder ist das Doppelförderung?

KOMPASS ist bereits ESF-ko-finanziert. Doppelförderung aus demselben ESF-Topf ist ausgeschlossen. Andere nationale oder Landesprogramme können in Einzelfällen kombinierbar sein, aber das ist Einzelfallprüfung.

Kann ich den Eigenanteil als Betriebsausgabe absetzen?

Ja. Die 10 Prozent Eigenanteil sind vollständig als Betriebsausgabe abziehbar, weil sie beruflich veranlasst sind. Details zur steuerlichen Behandlung in deinem konkreten Fall klärt dein Steuerberater.


Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Als promovierter Naturwissenschaftler und Unternehmer begleitet er seit über zehn Jahren Solo-Selbstständige bei Fördervorhaben. Mehr zum Autor auf /über-den-autor/.

Zuletzt geprüft am 13.04.2026 von Dr. Jens Aichinger.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Förder- oder Steuerberatung. Für Fragen zur konkreten Förderhöhe in deinem Fall sprich mit der zuständigen KOMPASS-Anlaufstelle.


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