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KI-Weiterbildung kostenlos? So funktioniert die Förderung

Aufstiegs-BAföG-Antrag: Schritt für Schritt erklärt

· 9 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Person füllt Aufstiegs-BAföG-Antragsformular am Schreibtisch aus, daneben Laptop und Kaffeebecher

Ein Aufstiegs-BAföG-Antrag besteht aus zwei Hauptformularen (A und B), einer Handvoll Nachweisen und einer Bearbeitung beim Amt für Ausbildungsförderung deines Wohnsitzlands. Erfahrungsgemäß dauert der Prozess vom ersten Klick bis zum Bewilligungsbescheid zwei bis vier Monate. Wer vollständig einreicht, landet am unteren Ende der Spanne.

Dieser Artikel zeigt dir den kompletten Ablauf in sieben Schritten, inklusive der Punkte, an denen die meisten Anträge stocken. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand April 2026 und gelten bundeseinheitlich nach AFBG.

Die sieben Schritte des Antrags

  1. Fortbildung und Bildungsträger festlegen. Die Fortbildung muss auf eine anerkannte Fortbildungsprüfung nach BBiG oder HwO vorbereiten (Fachwirt, Meister, Betriebswirt) oder auf einen gleichwertigen Abschluss nach Bundes- oder Landesrecht. Der Träger liefert den Lehrgangsplan.
  2. Zuständiges Amt finden. Adresse des Amts für Ausbildungsförderung deines Bundeslands. Maßgeblich ist dein Wohnsitz, nicht der Standort des Trägers.
  3. Antragsformulare besorgen. Das Onlineportal aufstiegs-bafög.de bietet alle Formulare und meist auch einen Online-Antragsassistenten.
  4. Formular A ausfüllen. Persönliche Daten, bisheriger beruflicher Werdegang, geplante Fortbildung, Einkommen bei Vollzeitmaßnahmen.
  5. Formular B vom Bildungsträger ausfüllen lassen. Der Träger bestätigt Inhalte, Umfang und Kosten der Fortbildung.
  6. Unterlagen zusammenstellen und einreichen. Personalausweis, letzter Abschluss, Lehrgangsvertrag, Kostenaufstellung, ggf. Arbeitsvertrag.
  7. Bewilligungsbescheid abwarten. Nach Prüfung verschickt das Amt den Bescheid. Die KfW übernimmt dann den Darlehensanteil.

Konkrete Unterlagen

Die Liste ist pro Bundesland leicht unterschiedlich, der Kern ist aber gleich:

UnterlageZweck
Personalausweis oder PassIdentität
Geburtsurkunde (bei manchen Ämtern)Nachweis deutscher Staatsangehörigkeit oder EU-Status
Letzter BerufsabschlussZugangsvoraussetzung
Lehrgangsvertrag mit BildungsträgerNachweis der Fortbildung
Kostenaufstellung (getrennt nach Lehrgangs- und Prüfungskosten)Bemessung der Förderung
Formular B, ausgefüllt vom TrägerBestätigung der Fortbildung
Arbeitsvertrag (bei berufsbegleitend)Nachweis, dass du im Job bleibst
Einkommensnachweise (nur Vollzeit, Unterhaltsbeitrag)Berechnung des einkommensabhängigen Teils

Formell fehlende Unterlagen sind der häufigste Grund für Verzögerungen. Wer vollständig einreicht, bekommt den Bescheid deutlich schneller.

Zuständiges Amt

Zuständig ist immer das Amt für Ausbildungsförderung deines ständigen Wohnsitzes bei Antragstellung (§ 19a AFBG). Die Ämter liegen organisatorisch je nach Bundesland unterschiedlich, mal beim Landkreis, mal bei der Stadt, mal bei einer zentralen Stelle. Das Portal aufstiegs-bafög.de hat eine Postleitzahlen-Suche, die dich direkt zum richtigen Amt führt.

Wer während der Fortbildung umzieht, muss das dem Amt melden. Zuständig bleibt das Amt, bei dem du den Antrag gestellt hast, die Förderung läuft weiter. Details dazu stehen im Artikel Aufstiegs-BAföG bei Umzug zwischen Bundesländern.

Wie fülle ich Formular A richtig aus?

Formular A ist das Herzstück. Es enthält deine persönlichen Daten, deinen Bildungsweg und die geplante Fortbildung. Zwei Punkte, die oft schieflaufen:

Berufliche Vorbildung. Hier gehört der Abschluss rein, der dich zur Fortbildung berechtigt. Wer noch keine formale Berufsausbildung hat, kann stattdessen einschlägige Berufserfahrung nachweisen. Wie das geht, hängt an der Fortbildungsordnung. Der Bildungsträger weiß, was die IHK als Zulassung erwartet.

Bisherige Förderung. Hier wird abgefragt, ob du schon einmal Aufstiegs-BAföG bezogen hast. Eine bestehende Förderung für eine frühere Fortbildung schließt eine neue nicht automatisch aus, das Amt prüft aber, ob die neue Maßnahme auf einem höheren Niveau liegt. Ehrlich eintragen, sonst wird es später unangenehm.

Aus meiner Beratungspraxis weiß ich, dass die Frage nach der beruflichen Vorbildung regelmäßig zu Rückfragen führt, besonders bei Quereinsteigern. Wer unsicher ist, ruft das Amt vorab an. Das ist erlaubt und üblich.

Fristen im Blick

Der Antrag sollte vor Beginn der Fortbildung oder spätestens in den ersten Wochen gestellt werden. Den Unterhaltsbeitrag gibt es frühestens ab dem Monat, in dem du den Antrag stellst (§ 11 Abs. 3 AFBG). Wer später einreicht, verliert ihn für die Monate davor.

Maßnahmebeitrag und Unterhaltsbeitrag müssen spätestens bis zum Ende der Maßnahme beantragt werden, bei mehreren in sich selbstständigen Abschnitten bis zum Ende des jeweiligen Abschnitts. Rechtsgrundlage ist § 19 Abs. 1 AFBG, nachzulesen auf gesetze-im-internet.de.

Ablauf der Auszahlung

Nach Bewilligung überweist dir das Amt den Zuschussanteil auf dein Konto. Bis 5.000 Euro kann es ihn in einem Betrag zahlen, je nach Fälligkeit der Lehrgangsgebühren auch mehr auf einmal (§ 24 Abs. 1 AFBG). Der Darlehensanteil läuft über die KfW Bankengruppe. Die KfW schickt dir ein Vertragsangebot, das du innerhalb von drei Monaten abschließen musst, gerechnet ab dem Monat nach der Bekanntgabe des Bescheids (§ 12 Abs. 4 AFBG). Danach zahlt sie das Darlehen auf dein Konto aus, bis zur Höhe im Bescheid in der Regel bis 4.000 Euro in einem Betrag (§ 13 Abs. 4 AFBG).

Monatlich kommen nur der Unterhaltsbeitrag bei Vollzeit und, für Alleinerziehende mit Kindern unter 14 oder behinderten Kindern, der Kinderbetreuungszuschlag, jeweils im Voraus (§ 24 Abs. 1 AFBG). Die Kursgebühr zahlst du selbst an den Bildungsträger, das Amt zahlt nicht an ihn. Wann sie fällig ist, steht in deinem Lehrgangsvertrag; frag beim Träger, ob du erst zahlen kannst, wenn die Förderung bei dir eingegangen ist.

Häufige Fragen zum AFBG-Antrag

Kann ich den Antrag komplett online stellen?

Ja. Das Online-Antragsverfahren AFBG Digital gibt es in allen Bundesländern. Du füllst die Formulare im Portal aus, lädst Unterlagen hoch und signierst elektronisch. Postweg geht weiterhin, dauert aber länger.

Was passiert, wenn ich die Fortbildung abbreche?

Bei Abbruch musst du das dem Amt melden. Wer aus wichtigem Grund abbricht (etwa Krankheit) und bis dahin regelmäßig teilgenommen hat, erstattet den Maßnahmebeitrag nur in dem Umfang, in dem die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren noch nicht fällig geworden sind. Wer ohne wichtigen Grund abbricht, erreicht die regelmäßige Teilnahme nicht mehr, dann wird der Bescheid aufgehoben und die erhaltenen Leistungen sind zu erstatten (§ 16 Abs. 3 AFBG). Das KfW-Darlehen wird an den geänderten Bescheid angepasst.

Kann ich den Träger nach dem Antrag wechseln?

Ein Trägerwechsel ist möglich, muss aber beim Amt angezeigt werden. Das neue Formular B wird eingereicht, die Förderung läuft nach Prüfung weiter. Wer wechselt, verliert keinen Anspruch, muss aber mit einer kurzen Bearbeitungspause rechnen.

Wie lange dauert die Bearbeitung wirklich?

Erfahrungsgemäß zwei bis vier Monate. Bei vollständig eingereichtem Antrag eher am unteren Ende, bei Rückfragen, fehlenden Unterlagen oder Amtsbelastung eher am oberen.

Muss mein Arbeitgeber etwas wissen oder unterschreiben?

Nein. Der Antrag läuft ausschließlich über dich und das Amt. Dein Arbeitgeber wird weder informiert noch um Zustimmung gebeten. Wer berufsbegleitend lernt, legt lediglich den Arbeitsvertrag als Nachweis bei, der Arbeitgeber muss davon nichts wissen.


Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Als promovierter Wirtschaftspädagoge und Unternehmer begleitet er seit über zehn Jahren Beschäftigte und Unternehmen bei geförderten Weiterbildungen. Mehr zum Autor auf /über-den-autor/.

Zuletzt geprüft am 14.04.2026 von Dr. Jens Aichinger.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechts- oder Förderberatung.


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